Warum es so wichtig ist, sein Kind schon früh zu fragen, was es über sich denkt.

Home/Schule/Warum es so wichtig ist, sein Kind schon früh zu fragen, was es über sich denkt.

Warum es so wichtig ist, sein Kind schon früh zu fragen, was es über sich denkt.

 

 

Eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre war das Verständnis darüber, wie bedeutsam unsere Gedanken in der Gestaltung unseres Lebens sind.

Wenn ein Erstklässler beispielsweise nach ein paar Wochen Schulunterricht „Schnecken“ in sein Heft gestempelt bekommt, weil irgendwo eine Übung oder eine Aufgabe zu langsam erledigt wurde und dieser Stempel dann häufiger passiert, dann macht das etwas mit dem Kind. Es lernt: „Ich bin zu langsam.“  – und beginnt diesen Gedanken weiter über sich zu denken. Nebenbei bemerkt, hat eine langsame Lerngeschwindigkeit aber meist nur etwas mit dem falschen Lehrstil für das Kind zu tun. Schließlich wissen wir heutzutage schon lange, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt, die im veralteten (aber leider noch immer dominierenden) “Einheits-Unterrichtsbrei” des Frontalunterrichts komplett unter den Tisch gekehrt werden. Hier fallen vor allem kinästhetisch veranlagte Kinder vollkommen durch den Rost. Diese Kinder MÜSSEN sich bewegen dürfen, da das Gehirn ansonsten nicht zur vollen Leistung hochfahren kann. Beim “Still sitzen müssen” wird es daher zwangsläufig zu Lernschwierigkeiten kommen, die aber nichts über die Intelligenz und Aufnahmefähigkeit des Kindes aussagen. Es bekommt nur schon einen “Stempel” aufgedrückt.

Somit können diese Lehrmethoden – die noch dazu vorwiegend auf Belohnung und Bestrafung ausgelegt sind -weitreichende Folgen für das spätere Leben des Kindes haben. Schneckenstempel & Co sollten hier nichts verloren haben.

Frag dein Kind also ruhig öfters mal, was es so über sich denkt. Wenn dann Gedanken wie „Bin ich eine Schnecke?, Bin ich zu langsam?“ auftauchen, dann erarbeite spielerisch mit deinem Kind gemeinsam, die positiven Aspekte der Situation heraus. Denn wenn dieser negativ geprägte Begriff mit etwas Positivem behaftet wird, dann nimmt das dem Kind ein wenig die Angst und den Druck heraus:

zB: Was ist toll an einer Schnecke? Was hat eine Schnecke für Eigenschaften? Was ist positiv, wenn man öfters mal langsamer unterwegs ist als die anderen? Dann forsche gemeinsam mit deinem Kind nach Antworten: Vielleicht entdeckt man mehr im Leben? Vielleicht hat man mehr Geduld mit anderen Menschen in Situationen? Vielleicht ist man gemütlicher und weniger hektisch? Forscht so lange, bis der Begriff keine Angst mehr erzeugt.

Neurowissenschaftlich betrachtet, sind Gedanken elektrische Impulse, die die Umschaltungen im Gehirn auslösen. Sie haben somit eine enorm starke Auswirkung auf unser Leben. Leider können wir nicht wirklich steuern, WAS unser Gehirn mit den ganzen Gedanken macht. Wenn wir also neue Informationen aufnehmen, wird von unserem Unterbewusstsein bestimmt, was daraus gemacht wird. Und das ist davon abhängig, WAS wir von Kindheit an gelernt, erfahren und über uns GEDACHT haben. Diese Gedanken steuern aus dem Unterbewusstsein heraus später einmal die Entwicklung jedes Menschen.

Zusätzlich übernehmen wir in der frühen Kindheit noch einen ganzen Haufen an  Gedanken von anderen: von Eltern, Lehrern, Medien und anderen Bezugspersonen in unserem Umfeld. Diese werden ungefiltert aufgenommen und weiterverarbeitet. Das passiert meist einfach nur durch bloßes Zuhören: wenn sich Mama mit der anderen Mama unterhält, wenn sich die Familie beim Abendessen austauscht, wenn der Radiomoderator die Nachrichten vorliest…. Kanäle hierfür gibt es viele – und wir können uns leider nicht aussuchen, WAS unser Unterbewusstsein sich von den ganzen Inhalten dabei alles rausfiltert und speichert.

10. November 2017 |Schule|0 Comments

Leave A Comment